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Selbstständigkeit & Datenschutz

Aktualisiert: Okt 9


Ich bin selbstständig mit meinem Herzensthema -Karrierecoaching-. Mein Ziel ist mehr berufliche Zufriedenheit für meine Klienten. Ich habe sehr schnell festgestellt, dass sich mit meiner persönlichen Karriereentscheidung für die Selbstständigkeit mit einem Mal Fragen ergeben, die mit meinem Herzensthema rein gar nichts zu tun haben. Hierzu zählt auf jeden Fall auch die Frage des Umgangs mit dem Datenschutz. Die DSGVO ist in aller Munde und verspricht in meiner Welt vor allem Probleme, denn alles und jeder muss neuerdings der Nutzung von Daten zustimmen.


Als Nutzer denke ich darüber nicht weiter nach. Als Selbstständige sieht das allerdings anders aus. Hier muss ich einen Umgang mit persönlichen Daten anderer im Sinne des Datenschutzes finden. Schließlich drohen Repressalien, selbst wenn ich nach meinem Gefühl gar nichts mit den persönlichen Daten vor habe.


Bei diesem Satz höre ich sofort den Einspruch des Experten für Datenschutz Marco Kunz -www.qdis-dsb.de-, denn natürlich verwende ich Daten auch indirekt zum Beispiel bei Nutzung von "Google Analytics", um nur ein kleines Beispiel zu benennen. Und aus datenschutzrechtlicher Sicht reicht es auch, Daten verwenden zu können. Datenschutz "ist ein weites Feld"..., um es mit Theodor Fontanes Worten zu sagen. Ich bin überzeugt, so wie mir geht es auch anderen Selbstständigen, insbesondere den Solopreneuren.


Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass sich Marco Kunz nicht nur dazu bereit erklärt hat, meine Webseite auf DSGVO- Verträglichkeit (meine Wortwahl) zu überprüfen und mich in dieser Hinsicht fachkundig zu beraten, sondern dass er sich bereit erklärt hat, mir einige Fragen zu diesem Thema zu beantworten, die ich unbedingt teilen möchte, weil ich von der Wichtigkeit des Themas und einer guten Beratung überzeugt bin. In den kommenden 3 Wochen werde ich dich daher einladen, einen Blick in die Welt des Datenschutzes zu werfen und verspreche, dass dies kurzweilig wird.



Marco, schön, dass du Zeit für dieses Gespräch gefunden hast. Bevor wir uns näher mit dem Datenschutz befassen, möchte ich dich kurz vorstellen: Du bist Externer Datenschutzbeauftragter und Fachkraft Datenschutz DEKRA und Inhaber der QDIS Datenschutzberatung - Marco Kunz www.qdis-dsb.de. Du beschäftigst dich intensiv mit Datenschutz bereits seit 10 Jahren. Für mich klingt Datenschutz ja nach einem wichtigen, aber komplizierten und eher trockenen Thema.

Aber was ist Datenschutz für dich?

Marco: In den letzten 10 Jahren ist Datenschutz für mich zur Leidenschaft geworden. Für mich ist Datenschutz kein trockenes Thema, denn es geht ja nicht nur um Daten, sondern um die Menschen, die sich hinter diesen Daten verbergen. Dabei können viele Aspekte einer Person in den Fokus rücken. In Kombination mit den heutigen elektronischen Möglichkeiten ergibt sich eine ganz besondere Konstellation. Big Data ist in aller Munde und jeder einzelne von uns ist in elektronischer Form im WorldWideWeb, bei Online-Markthändlern und Versandhäusern, in der Verwaltung unsere Stadt, Gemeinde oder des Amtes sowie beim Finanzamt, der Krankenkasse etc., vorhanden. Die Technik hat sich so rasant entwickelt, dass man Mühe hat dem zu folgen und dann noch eine EU-Verordnung die nicht jeder auf den ersten Blick versteht.

Das man mit diesem Thema nicht immer willkommen ist, ist mir schon klar. Wenn ich erst einmal hinter die Kulissen schauen durfte, bleibt oft ein Berg Arbeit zurück. Dabei möchte ich niemanden ärgern. Es geht einfach darum den Unternehmern zu helfen, den datenschutzrechtlichen Regeln zu entsprechen, um Bußgelder der Aufsichtsbehörden oder einen Imageverlust zu vermeiden. Die Bußgelder haben es in sich (http://dsgvo-bussgelder.de/) und mit einfachen Mitteln kann jedes Unternehmen die Anforderungen erfüllen. Das Thema muss eben nur angegangen werden.


Warum ist Datenschutz eigentlich so wichtig?

Marco: Datenschutz ist wichtig, weil die Informationen hinter jeder Person vor Datenmissbrauch geschützt werden sollen. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung wird der Datenschutz immer wichtiger. Bereits im Grundgesetz ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung im Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art.1 Abs.1 GG festgeschrieben. Auch in der EU-Grundrechte-Charta wird jedem EU-Bürger dieses Recht zu teil. Dieses Recht ist das Recht des Einzelnen grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen.

Beim Datenschutz geht es vor allem darum, dass beim Verarbeiten von personenbezogenen Daten, die vielleicht erst einmal belanglos klingen in Verbindung mit verknüpften Informationen aus anderen Systemen nicht mehr so belanglos sein können. Daraus könnten sich Nachteile für den Betroffenen ergeben. Betroffen sein kann JEDER über den Daten verarbeitet werden. Du selbst oder Deine Familie, Deine Coachees, Geschäftspartner usw. Das könnten finanzielle und wirtschaftliche Folgen sein oder das berufliche und gesellschaftliche Ansehen beeinträchtigen. Genau das helfe ich zu vermeiden.

Ich bin ja selbstständiger Coach & Mediatorin. Die meisten Kunden treffe ich bisher meist -1 zu 1- in meinen Räumen. Ich erfasse keine umfangreichen Daten, ich erstelle lediglich Bilder von den erarbeiteten Flipcharts, die ich an den Coachee persönlich herausgebe.

Muss ich in so einer Situation Datenschutz beachten?

Marco: Erst einmal geht es um die Art und die Anzahl der Daten, die Du verarbeitest. Auch ich durfte Dein Coaching in Anspruch nehmen und habe Dir als erstes meine Visitenkarte gegeben. Somit hattest Du meinen Vor- und Nachnamen, meine Adresse, meine Telefonnummer und meine Emailadresse, alles personenbezogene Daten. Somit kann ich Deine Frage mit JA beantworten. Bei diesen Daten handelt es ich aber um Daten, die einen sog. „normalen“ Schutzbedarf haben. Das bedeutet, das mir bei einer beabsichtigten oder unbeabsichtigten Offenlegung meiner Daten kein bedeutsamer Schaden zugefügt werden kann. Diese Daten sind nämlich im Internet auf meiner Webseite www.qdis-dsb.de für Jedermann einsehbar, also gewollt.

Die Situation hat sich aber geändert, da ich Dir während des Coaching Informationen zu meiner Person gegeben habe, die nicht für die Öffentlichkeit oder andere Dritte bestimmt waren. Diese Daten sind vertraulich und der sog. Schutzbedarf meiner personenbezogenen Daten hat sich mit diesen zusätzlichen Informationen von „normal“ auf „hoch“ verändert.

Dies gilt auch für jeden anderen Deiner Coachee´s. Bei einer unberechtigten Veröffentlichung der bei Dir erfassten Daten könnten dem Coachee eventuell finanzielle oder berufliche Schäden entstehen.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass der Datenschutz immer gilt, egal ob Daten in Papierform oder elektronisch „verarbeitet“ werden. Verarbeiten heißt nämlich das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, den Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung von personenbezogenen Daten. Quasi immer!


Ich hoffe, ich konnte dich mit der Hilfe von Marco Kunz bekannt machen mit diesem Thema und deine Neugier wecken für Teil 2 des Interviews. Solltest du schon jetzt Fragen rund um den Datenschutz haben, sende sie mir oder auch  Marco Kunz (m.kunz@qdis-dsb.de) einfach, wobei ich darauf hinweise, dass eine rechtliche Beratung zu Schadensfällen durch uns nicht erfolgen kann. 


-Teil 2 des Interviews folgt in einer Woche-



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