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Selbstständigkeit & Datenschutz

Aktualisiert: Okt 9

Teil 3 meines Interviews mit Marco Kunz von www.qdis-dsb.de


Heute nun folgt der letzte Teil meines Interviews mit Marco zu seinem "Herzensthema"- dem Datenschutz. Ich möchte das Erlebnis teilen, welches ich in der Zusammenarbeit mit Marco immer wieder habe, nämlich das Gefühl zu gewinnen, dass Datenschutz machbar ist, auch wenn ich mich ansonsten mit völlig anderen Dingen beschäftige. Warum das für mich wichtig ist? Ich spreche als Coach viel mit Menschen, die sich aktiv für ihre berufliche Zufriedenheit einsetzen möchten. Für Manche von ihnen bedeutet das, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen und ihrer Leidenschaft zu folgen. Wenn bei diesen Menschen die Idee der Selbstständigkeit wächst, denkt man über sein Produkt nach, welches man anbieten möchte, über die Menschen, die man erreichen möchte und die Frage, wie man die Selbstständigkeit ausgestalten möchte. Man denkt über so vieles nach und doch zeigt sich schnell, dass man an so vieles auch nicht gedacht hat. Einiges ist dabei in der Regel offensichtlicher als anderes. So habe ich schnell festgestellt, dass es für meine erfolgreiche Selbstständigkeit eine gute Idee ist, wenn Menschen außerhalb meines Familien- und Freundeskreises von meinem Angebot erfahren. So bin ich auf die Social Media Plattformen getroffen, mit denen ich mich seitdem intensiv beschäftige. Anderes ist weniger offensichtlich, weil ein Fehlen immer erst zum Thema wird, wenn von außen Kontrollen erfolgen oder Schwachstellen im Unternehmen oder bei uns Selbstständigen gesucht werden. In diesen Bereich sortiere ich den Datenschutz für die Allermeisten ein. Erst wenn eine Verletzung des Datenschutzes gerügt wird, wird den meisten der Umfang und die Kosten des Ärgers klar, der damit verbunden ist. Also warum sich nicht vorher die Zeit nehmen und die Ruhe und sich einlassen auf die praktische Umsetzung von datenschutzrechtlichen Maßnahmen - zum Schutz der Kunden und des eigenen Unternehmens? Diese Frage stelle ich...

Und nun lasse ich Marco zu Wort kommen. Es ist mir eine Freude.


Hast Du Checklisten für den Datenschutz?

Marco: Ja, solche Checklisten habe ich. In der Regel sind diese sehr umfangreich und werden von mir auf den Kunden abgestimmt. Es kommt darauf an, in welchem Bereich ein Unternehmen tätig ist. Im Allgemeinen habe ich einen sehr guten Kontakt zu den Aufsichtsbehörden und kenne deren Anforderungen an eine datenschutzrechtliche Prüfung eines Unternehmens.

Angepasst daran, habe ich entsprechende Checklisten für kleine, mittlere und große Unternehmen in meinem Fundus. Diese können gerne bereitgestellt werden, müssen dann aber auch mit Leben gefüllt und fehlende Maßnahmen umgesetzt werden. Das bedeutet, nach dem Ausfüllen und der Bewertung der Angaben geht die Arbeit erst richtig los. Für viele zu erstellende Dokumente gibt es Entwürfe, die dann dem Unternehmen entsprechend angepasst werden müssen. Diese sollten einer juristischen Prüfung standhalten können.

Gibt es bei den Social- Media- Kanälen etwas zu beachten?

Marco: Ja, es gibt so einiges bei den Social-Media-Kanälen zu beachten. Als erstes müssen wir einmal feststellen, dass die meisten bekannten Social-Media-Anbieter ihren Sitz nicht in der EU haben. Der Standort der Firmen ist meist in den USA. Damit fängt das Problem an, wenn ich als Unternehmer diese Kanäle bespiele. Gemäß der Datenschutzgrundverordnung und den Urteilen des EUGH (Europäischer Gerichtshof) aus dem letzten Jahr, ist man als Betreiber von Fanpages bei Facebook, Twitter- und Instagram-Kanälen oder Whats-App-Gruppen „Gemeinsam Verantwortliche“ mit den Social-Media-Anbietern. Dafür ist es notwendig, gem. Art. 26 DSGVO, eine Vereinbarung zu schließen, die es meines Wissens, nicht gibt. Die DSGVO fordert aber die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung, die an dieser Stelle nicht vorhanden ist. Auch wenn die Aufsichtsbehörden auf diesen Sachverhalt aktuell nicht so viel Augenmerk legen, kann sich das schnell ändern und Bußgelder nach sich ziehen. Jeder sollte prüfen, ob diese Kanäle das richtige für das Unternehmen sind oder versuchen, entsprechende Verträge mit den Anbietern zu schließen.

Was möchtest du uns noch mitgeben? Gibt es einen Leitspruch für den Datenschutz oder irgendeinen Gedanken, den du teilen möchtest?

Marco: Liebe UnternehmerInnen, im Bereich Datenschutz gilt der Grundsatz „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!“. Denken Sie bitte daran, wenn Sie personenbezogene Daten verarbeiten und noch nicht so ganz genau wissen, was die DSGVO und das BDSG fordern.

Datenschutz und Informationssicherheit sind zusätzliche Grundpfeiler des Unternehmens und schaffen Vertrauen auf Seiten der Kunden. Informationen und Transparenz zeugen von einer ausgewogenen und vertrauensvollen Beziehung zwischen dem Unternehmen und dem Kunden.

Gern stehe ich jedem der es möchte mit meiner Expertise zur Verfügung. Sehen Sie Datenschutz nicht als zusätzliche Kosten, sondern als Investition in die Zukunft und als Mehrwert für Ihr Unternehmen.

Ob als Ratgeber, Unterstützer, Berater oder als externer Datenschutzbeauftragter, ich bin gerne für Sie da!


Hast du Fragen oder Ergänzungen, eigene Erfahrungen zu diesem Thema? Schreibe mir gerne.


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